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Gitarre stimmen – Tipps und Möglichkeiten

Gitarre stimmen

Das Stimmen einer Gitarre ist besonders wichtig und sollte nach Möglichkeit regelmäßig durchgeführt werden. Denn eine verstimmte Gitarre klingt nicht gut und verscheucht eure Zuhörer. Damit das nicht passiert, habe ich hier mal einige Möglichkeiten aufgelistet, damit die Klangqualität eurer Gitarre nach wie vor wunderbar klingt. Vorab gibt’s aber einige Infos zur Stimmung von Gitarren allgemein und warum die Gitarre mit der Zeit verstimmt sind. Dann werden anhand einiger Praxisbeispiele die Möglichkeiten aufgezeigt, um eure Gitarre wieder auf Vordermann zu bringen.

Warum sollte die Gitarre gestimmt werden?

Gitarre stimmen bedeutet, dass Ihr eure Saiten mithilfe der Stimmmechanik auf der Kopfplatte des Instruments so einstellt, dass sie die passende Tonhöhe haben. Bei einer verstimmten Gitarre weichen die Tonhöhe voneinander ab und der Klang ist selbst für Gitarrenanfänger, die womöglich sich noch wenig mit guten Klangfarben auseinandergesetzt haben, nur schwer erträglich. Die vorgesehen Frequenzen bei einem Kammerton a1=440 Hz liegen in Frequenzbereichen zwischen 82 und 329 Hz (vgl. Infos hier). Durch häufige Nutzung der Saiten sowie äußeren Umwelteinflüssen, die sich auf das Holzmaterial auswirken, können die Töne vom Optimum abweichen. Und auch wenn man Gitarren ersetzt, neu aufsetzt oder spannt, klingen die Töne natürlich anders.

Wie oft sollte man die Gitarre stimmen?

Meiner Meinung nach sollte man zur Qualitätssicherheit die Gitarre mehrmals stimmen. Das ist kein großer Zeitaufwand, wenn man bedenkt, dass ihr die Gitarre regelmäßig nutzt. Zudem kommt mit der Zeit ein Feingefühl für eine gute Klangqualität bei Gitarren. Wie oft eine Gitarre gestimmt wird, hängt auch vom Modell, der Marke und der Qualitätsbeschaffenheit ab. Bei großen Konzerten und Veranstaltung sollte das Stimmen sowieso Pflicht sein, dass man zwischendurch die Gitarre stimmt.

Standard-Kammerton bei a1=440Hz – was bedeutet das eigentlich?

Bei normalen Standardgitarren ist der Normalstimmton auf a1=440hz festgelegt. Was sind das nun wieder für Begriffe? Das „a1“ mit der Zahl ist nichts anderes als die Bezeichnung für ein die Tonhöhe. In diesem Fall ist es ein eingestrichenes a, was auch als a‘ verwendet wird. Hertz, oder kurz hz, bezeichnet allgemein die Einheit für die Frequenz. In der Musik werden Instrumente in der Regel auf die gleiche Frequenz eingestellt. Sonst würden Orchester wie ein musikalisch wilder Hühnerhaufen klingen. Der Kammerton war aber nicht immer 440Hz gewesen. Zu Zeiten vor dem 20. Jahrhundert spielten Mozart, Bach und viele Künstler dieser Zeit bei 432 Hz. Dennoch gibt es immer wieder Fälle bei bekannten Musikern und Musikgruppen, die auf 432Hz setzen.

Standardstimmung der Gitarre

Die Saiten haben eine Standard-Stimmung, auf welche Töne die Saite gestimmt ist. Wenn man bei der Gitarre von oben nach unten spielt sind das die Töne: E A D G H E

Es gibt einige Eselsbrücken im Netz, die sich eingebürgert haben wie etwa:

Eine alte Dame geht heute einkaufen

Eine alte dumme Gans hat Eier

Gitarren stimmen – das sind die Optionen

Kommen wir nun dazu, die Gitarre zu stimmen, bei der ich einige auserwählte Möglichkeiten vorstelle. Ihr werdet schnell sehen, dass es kinderleicht ist und gar nicht mal so zeitfressend ist. Zudem trainiert ihr euer Gehör für den idealen Gitarrenklang.

Gitarre stimmen mit dem Stimmgerät

Gitarre stimmen mit Stimmgerät

Ein Stimmgerät sollte im Gitarrenset nicht fehlen. Separat sind sie auf dem Markt sogar für unter 10 Euro sehr erschwinglich und die meisten Modelle leisten auch gute Arbeit. Mein Museo Stimmgerät t-4s ist mit einer Lithium Batterie betrieben und wird wie alle anderen Standardmodelle am Gitarrenkopf befestigt und aktiviert. Wenn die Saite nun gezupft wird trifft sie entweder die goldene Mitte, wo die passende Tonhöhe getroffen wird oder es gibt einen Ausschlag nach oder rechts.

Gibt es einen Ausschlag nach links, ist der Ton zu tief gespielt. Gibt es einen Ausschlag nach rechts, sind die Töne zu hochgespielt. Durch Feinjustierung und Drehung an der Stimmmechanik kann der gewünschte Ton erreicht werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Saiten nur leicht gezupft werden. Sowas dauert also nicht besonders lange.

Gitarre stimmen mit der App

Gitarre stimmen mit AppEine kostenlose Variante für das Stimmen der Gitarre wäre die Nutzung von Apps. Dafür gibt es auf dem Markt sehr viele nützliche Apps. Ich habe mal testweise Guitar Tuna ausprobiert und die Gitarre, wo die Saiten schon gestimmt sind, mit den Ergebnissen verglichen. Die App funktioniert für verschiedene Saiteninstrumente und gehört zu den beliebtesten Apps überhaupt.

Sie ist kinderleicht zu bedienen und man kann selbst bei weiteren Störfaktoren im Umfeld eine gute Genauigkeit aufweisen. Wenn ihr unterwegs seid und das Stimmgerät zu Hause vergessen habt, wäre das eine gute Alternative. Mit einem kostenpflichtigen Upgrade kann man noch weitere Zusatzoptionen erwerben. Doch bei der Qualität ist die App ihr Geld mehr als wert.

Gitarren stimmen nach Gehör

Gitarre stimmen nach Gehör

Eine schöne Möglichkeit, die Gitarre nach Gehör zu stimmen, kann sehr aufregend sein. Der Vergleich des Klangs der jeweiligen unmittelbar folgenden Saiten kann euch ein gutes Gefühl geben, ob die Saiten die richtige Tonhöhe haben. Prägt euch hierbei den Ton des tiefsten Bunds ein, hier der E-Saite. Klingt sie nach euren Spielerfahrungen so wie sie klingen sollte? Dann gibt es einige Methoden!

Die klassische 5-0 Bund-Methode

Eine altbekannte Methode, die man als Anfänger mal gern nutzen kann. Die tiefste E-Saite wird gezupft und ist der Ton gestimmt, dient er als Referenz für den Tonhöhenvergleich. Drücke anschließend den 5. Bund der E-Saite (da liegt die Note a) und zupfe die A-Saite (hier wird die Saite einfach gezupft, ohne einen bestimmten Bund zuhalten). Die Töne müssen hier gleich sein. Klangabweichungen lassen sich direkt an der Stimmmechanik ausbügeln. Das gleiche Spiel folgt mit der D-Saite sowie mit der G-Saite. Bis dahin haben alle Seiten gleichen Tonabstabstand in Form einer Quarte. Zwischen G und H haben wir eine Terz (3 Abstände). Die G-Saite wird nun im 4- Bund gegriffen und die H-Saite gezupft. Die nächste Saite erfolgt nach altem Muster.

Die einfache Zupfmethode von tief bis hell

Was ich gerne für mich mache, ist das einfache Zupfen der Saiten von tief bis hell, ohne dabei die Bünde zu halten. Wenn man ein Gefühl für die Klänge entwickelt hat, vergleicht man die Klänge der unmittelbar folgenden Saiten. Dabei ist wichtig, dass man den tiefsten Ton genau kennt, um die Tondifferenzen der nächsten Saiten gut abschätzen zu kennen.

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